Nădrag ist ein abgelegenes Gebirgsdorf in den westlichen Ausläufern der Karpaten, unweit von Lugoj in Rumänien. Einst war der Ort ein wirtschaftlich blühendes Zentrum: Der Erzabbau sowie eine Ketten- und Werkzeugfabrik sicherten über 6.000 Menschen Arbeit und Einkommen. Mit dem politischen Umbruch änderte sich die Situation grundlegend. Die Fabrik wurde geschlossen, rund 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verloren ihre Arbeitsplätze. Neue Betriebe siedelten sich in dem entlegenen Dorf nicht an. Viele Bewohnerinnen und Bewohner verließen daraufhin ihre Heimat, um in nahegelegenen Städten oder im Ausland Arbeit zu finden. Zurück blieben vor allem ältere Menschen und Kinder – häufig mit nur einem Elternteil oder bei Großeltern und Verwandten, während Mutter oder Vater fern der Heimat arbeitet. Heute leben rund 450 Kinder in Nădrag. Für viele von ihnen bietet das Dorf nur begrenzte Zukunftsperspektiven.
Essen und aufwärmen, spielen und lernen
Umso wichtiger ist die Sozialküche mit Tagesbetreuung der Caritas Temeswar. Rund 30 Kinder im Alter von fünf bis 15 Jahren aus sozial benachteiligten Familien kommen nach der Schule dorthin. Sie erhalten ein armes Mittagessen und Unterstützung bei den Hausaufgaben. Gerade in den Wintermonaten ist die Einrichtung ein wichtiger Zufluchtsort: Hier können sich die Kinder aufwärmen, bevor sie in ihre oft ungeheizten Wohnungen zurückkehren.
Auch etwa 60 ältere und hochbetagte Menschen profitieren von dem Angebot. Sie holen ihr Mittagessen in der Suppenküche ab; für nicht mobile Personen wird es im Rahmen von „Essen auf Rädern“ direkt nach Hause gebracht.
So ist die Sozialküche für viele Menschen in Nădrag weit mehr als nur eine Essensausgabe – sie ist ein Ort der Begegnung, der Wärme und der Hoffnung.