Portrait von Vizedirektor Thomas Ferk

Vizedirektor Thomas Ferk Portrait © Caritas/Eisenberger

Caritas Steiermark zur Situation in der Ukraine: Bessere Chancen für Vertriebene – Solidarität mit Zivilbevölkerung

Zum 4. Jahrestags des Angriffs Russlands auf die Ukraine weist die Caritas auf die weiterhin schwierige Situation der Zivilbevölkerung hin – sowohl in der Ukraine als auch in Österreich, wo viele Vertriebene Schutz gefunden haben. Aktuell sind in der Steiermark 5700 Vertriebene aus der Ukraine registriert, davon ein großer Teil Minderjährige und Menschen über 60 Jahren. „Wenn Menschen, die auf der Suche nach Schutz und Sicherheit zu uns kommen, fordert das unsere Solidarität im Sinne der Menschlichkeit,“ betont Caritas-Vizedirektor Thomas Ferk. „Die Herausforderungen sind groß, aber als Caritas werden wir weiter helfen, wo wir können – bei uns ebenso wie in den Kriegsgebieten.“ 

Hoffnung auf baldige Rückkehr schwindet

„Die Vertriebenen leben bei uns weiterhin in großer Unsicherheit“, erklärt Georg Eichberger, Leiter der Abteilung Asyl und Integration der Caritas Steiermark. Die anfängliche Hoffnung, bald zurückkehren zu können, habe sich aufgelöst und die Menschen richteten sich auf eine längere Verweildauer ein. „Diese Gruppe ist sehr motiviert, Arbeit aufzunehmen, und auch überdurchschnittlich rasch integriert“, hält Eichberger fest. Hindernisse seien häufig mangelnde Sprachkenntnisse und Betreuungspflichten. 

Zwischen Akzeptanz und Unsicherheit

Eine Ukrainerin, die in Graz arbeitet, resümiert: „Im Alltag sind Ukrainerinnen gut akzeptiert. Unsicher ist es vor allem für jene, die noch keine Arbeit haben oder keine finden können, wegen ihres Alters, fehlender Deutschkenntnisse oder weil ihre Ausbildung hier nicht anerkannt wird. Wer Arbeit hat und eine Rot-Weiß-Rot-Karte Plus bekommt, hat meist mehr Stabilität – aber für Menschen mit dem Status „Vertriebene aus der Ukraine“ bleibt oft unklar, wie es langfristig weitergeht, und viele Hilfsangebote wie kostenlose Deutschkurse werden weniger.“

Menschenwürdiges Dasein ermöglichen

„Wir kennen die Sorgen und Nöte der Menschen sowohl aus der Betreuung in Quartieren heraus als auch in Arbeitsprojekten“, betont Vizedirektor Thomas Ferk: „Eine Politik, die die ohnehin schwierige Lage geflüchteter Menschen erschwert und nicht auf ihre Bedürfnisse eingeht, hilft niemandem.“ Hilfreich wären etwa Deutschkurse außerhalb der Arbeitszeiten und ein verbessertes Kinderbetreuungsangebot. „Es geht darum, von Anfang an ein menschenwürdiges Dasein zu ermöglichen. Die Schließung des Übergangsquartiers für diese Gruppe war hier ein fataler Schritt in die falsche Richtung.“

Alltag in Ukraine als Überlebenskampf 

Der Caritas-Vizedirektor verweist gleichzeitig auf die anhaltenden Angriffe auf zivile Infrastruktur in der Ukraine: „Die Bevölkerung in der Ukraine erlebt seit vier Jahren ständige Bedrohung und Zerstörung. Der Alltag in den Kriegsgebieten ist zum Überlebenskampf geworden,“ betont Ferk. Aktuell sorgten die russischen Angriffe auf die Energie-Infrastruktur dafür, dass viele Menschen bei frostigen Temperaturen keine Heizung und kein Wasser zur Verfügung haben. Der Vizedirektor ruft auch hier zur Solidarität auf: „Die Caritas vor Ort versucht täglich, die Menschen unter widrigen Bedingungen die Menschen mit dem Notwendigsten zu versorgen. Auch heute ist Hilfe dringend notwendig. Spenden sind ein wichtiger Beitrag, um das Überleben der Menschen zu sichern“. 

Weitere Informationen zur Situation der Ukraine und Spendenmöglichkeit: 

Spenden & Nothilfe Ukraine: Caritas Österreich