Das „Sprungbrett-Lädele“ in der Bludenzer Sturnengasse hat sich über die Jahre einen Namen als Fundgrube für besondere und persönliche Geschenke sowie nützliche Dinge des Alltags gemacht. Ob Müslischale, bunter Regenschirm, Holzprodukte, Kinderspielsachen und vieles mehr - jedes Stück ist ein Unikat und wird von Menschen mit Beeinträchtigung gefertigt. Einer von ihnen ist der 30-jährige Bludenzer René Bonelli. „Ich arbeite sehr gerne hier. Ich kann gut verkaufen, Geschenkpapier, Gläser und Keramik bemalen“, erzählt er über sich und zeigt die Osterprodukte, die momentan hergestellt werden. Sein liebstes Motiv sind dabei passend zum Frühling „Bibele“, also Küken in allen Varianten. Wenn Kund*innen ins Geschäft kommen und er die Waren verkaufen kann, ist dies Bestätigung für die Arbeit des Sprungbrett-Teams. Von René werden die verkauften Waren dann liebevoll und sorgfältig verpackt. „Schaffa ist immer gut“ antwortet René Bonelli auf die Frage, welche Tätigkeiten er in seinem Job weniger mag und auch Caritas-Mitarbeiterin Birgit Fleisch bestätigt: René ist am Morgen der erste, der am Arbeitsplatz erscheint und am Abend meist der letzte, der wieder nach Hause geht.“
Ein Schritt in die Selbständigkeit
Zuhause, das ist seit zwei Jahren eine Wohngemeinschaft in der Bludenzer Innenstadt, in der René und sein Mitbewohner stundenweise und nach Bedarf unterstützt werden. Für den gebürtigen Bürser, der als Kind mit seiner Familie längere Zeit auf Teneriffa gelebt hat und aus dieser Zeit noch Spanisch- und Englischkenntnisse hat, war der Umzug ins „Teilbetreute Wohnen“ ein großer Schritt in die Selbständigkeit. „Sehr vieles im Alltag kann ich selbst erledigen, ansonsten hilft mir Valentina und die anderen Betreuerinnen und Betreuer der Caritas“, erzählt der junge Mann stolz. Doch manchmal sehnt er sich nach der Zeit in der vollbetreuten Wohngemeinschaft zurück. Denn René Bonelli mag es, unter anderen Menschen zu sein. Dass seine Mama und seine Oma schon verstorben sind, schmerzt ihn ebenfalls. Wie er sich selbst beschreiben würde? „Fröhlich und fleißig“, antwortet der junge Mann, der extra für den Interviewtermin sein schönstes Hemd angezogen hat, verschmitzt. In seiner Freizeit hört er liebend gerne Schlagermusik. Von Andreas Gabalier über Andrea Berg, Beatrice Egli und Vanessa Mai bis hin zu Maite Kelly – René kennt alle Texte und singt und tanzt gerne mit. „Ich bin auch bei den Special Olympics aktiv und zwar in den Sportarten Tanzen, Kegeln und Nordic Walking“, zählt René weitere Hobbys auf. Für ihn ist das Leben ok so, wie es ist – wünschen würde er sich längerfristig eine eigene Wohnung sowie einen Freund. Sagt´s und widmet sich schon wieder seiner Arbeit. Doch Birgit Fleisch möchte dem Interview noch etwas ergänzen: „René wäre ein toller Mitarbeiter im Bereich Verkauf, Gastro oder für serielle Arbeiten. Vielleicht findet sich auf diesem Weg ein passender Job. Wir freuen uns jedenfalls, wenn Firmen sich für einen Schnuppertag melden.“
René Bonelli Geboren: 20. November 1994 Wohnort: Bludenz Job: Mitarbeiter im Sprungbrett-Lädele der Caritas Hobbys: Urlaub machen, Musik hören, singen, tanzen, Eis und Kuchen essen, Kegeln, Lauftraining, schöne Kleidung |