Ein neuer Anfang unter fremdem Himmel

„Ich hatte in meinem Leben viel Glück.“ Wenn Prosper Masabo von seinem Leben erzählt, staunt man ob dieser Aussage. Denn der Mittvierziger hatte in seinem Leben viele Hürden zu meistern. Doch seine positive Grundhaltung, seine Offenheit und sein Fleiß ermöglichen ihm ein gutes Ankommen in Vorarlberg.

Geboren wurde Prosper Masabo vor fast 44 Jahren in Burundi, Afrika. Nach einem Studium der Rechtswissenschaften gründete er in seiner Heimat eine Familie, sein Sohn ist sieben Jahre, seine Tochter vier Jahre alt. „Es gibt in Burundi zwei ethnische Gruppen: Die Hutu und die Tutsi. Je nach Regierung bedeutet das für die jeweils andere Gruppe Entführungen, Verfolgung, Gefängnis oder gar Mord.“ Nachdem aktuell die Hutus regieren, blieb Prosper Masabo nichts anderes als die Flucht, um sein Leben retten zu können. 

Eisenbahn und der erste Schnee
Sehr gut erinnert er sich noch an den 15. November 2022, als er nach Österreich kam und als erste Station in Traiskirchen untergebracht wurde. „Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben einen Zug und später auch Schnee gesehen. So vieles war neu in Österreich“, erinnert sich Prosper lachend. Was für ihn von Anfang an klar war: „Deutsch ist der wichtigste Schlüssel, um hier ankommen zu können. Ich hatte von einem Bekannten eine Sprach-App, durch die ich meine ersten deutschen Wörter lernen konnte. Später waren es Caritas-Mitarbeiterinnen und ein Sprachkurs, die mich im Erlernen der neuen Sprache unterstützten“, erzählt der Jurist mit überraschend guter Aussprache. Nach einem Zwischenstopp in Villach, wo Prosper Masabo drei Monate in einer Flüchtlingsunterkunft lebte, übersiedelte er ins Caritas-Quartier „Maria Rast“ in Schruns.

Von Glück und Dankbarkeit
„Auch hier hatte ich Glück und lernte Menschen kennen, die mich unterstützt haben“, berichtet Prosper Masabo. „Ich war schon in meiner Heimat christlich engagiert und habe auch hier im Kloster Gauenstein Anschluss gefunden.“ Vor allem auch sein freiwilliges Engagement öffneten ihm Türen: „Ich helfe im Garten, bei der Reinigung der Kirche oder auch beim Holzhacken – einfach dort, wo Hilfe gebraucht wird“, zeigt er sich bescheiden und fügt lachend hinzu. „Ich muss etwas zu tun, Langeweile liegt mir nicht.“ 

Apropos Arbeit: Als Asylwerber waren auch die „Gemeinnützigen und Integrationstätigkeiten“ für ihn eine Möglichkeit, um wenigstens einige Stunden arbeiten zu können und sich so ein Taschengeld dazuzuverdienen. Heute hat Prosper Masabo ein Bleiberecht in Österreich und das bedeutet auch, dass er arbeiten kann. Im „Hotel Zimba“ in Schruns arbeitete er anfangs als Abwäscher und zwischenzeitlich als Küchenhilfe. „Wir sind ein tolles Team mit einer tollen Chefin.“ Und wann immer es Prosper möglich ist, sucht er den Kontakt zu anderen Menschen. „Daheim in meiner Wohnung kann ich die deutsche Sprache nicht üben, das geht nur, wenn ich auf andere zugehe.“

Einen großen Wunsch hätte der Neo-Montafoner für seine Zukunft: „Ich habe eine eigene Wohnung und bin auch finanziell abgesichert. Ich würde mir wünschen, dass meine Familie zu mir nach Österreich ziehen darf.“ Dann hätten die abendlichen Telefonate über WhatsApp ein Ende und er könnte seine Frau und seine Kinder nach Jahren endlich wieder in die Arme schließen.