Wo Hoffnung wächst – trotz Angst und Gewalt

Haiti galt einst als Urlaubsparadies. Heute prägen Gewalt, politische Unsicherheit und ein Mangel an grundlegenden Ressourcen das Leben der Menschen. Naturkatastrophen wie Erdbeben und zuletzt ein Hurrikan verschärfen immer wieder die Situation vor Ort. Zwei haitianische Ordensschwestern berichteten in Vorarlberg eindrücklich über die Situation im Land. Trotz aller Herausforderungen setzen sie sich mit unermüdlichem Engagement dafür ein, Jugendlichen durch Bildung eine Zukunft zu ermöglichen.

„Wir geben die Hoffnung nicht auf, denn wir glauben daran, dass sich das Land verändern wird“, sagten Schwester Cilia und Schwester Maryse bei ihrem Besuch der Caritas Auslandshilfe in Dornbirn. Die Arbeit der Ordensschwestern beginnt bereits bei der Förderung von Kindern im Kindergarten und reicht über die Grund- und Sekundarschulen bis hin zu Berufsschulen, wo junge Menschen handwerkliche Fähigkeiten erlernen. „Bildung ist der wichtigste Weg in ein selbstbestimmtes Leben“, betonten die beiden. 

Doch das Engagement der Schwestern steht unter großem Druck, denn bewaffnete Banden machen auch vor den Einrichtungen der Ordensgemeinschaften nicht Halt. Öffentliche Sichtbarkeit kann für kirchliche Mitarbeiterinnen in Haiti äußerst gefährlich werden. Deshalb werden in diesem Artikel keine persönlichen Angaben oder Details zu den Projekten veröffentlicht.

Haiti befindet sich in einer tiefen humanitären Krise. Seit der Ermordung von Präsident Jovenel Moïse 2021 fehlt dem Land eine demokratisch legitimierte Ordnung. Bewaffnete Gruppen kontrollieren Teile der Hauptstadt, viele Menschen leben in Unsicherheit. „Der Staat kann die Bevölkerung kaum schützen, denn Haiti hat keine Armee, und die Polizei ist den schwer bewaffneten Gruppen oft unterlegen“, erzählt Schwester Maryse. 

Im Oktober 2025 verschärfte Hurrikan Melissa die Lage zusätzlich: Überschwemmungen und Sturm richteten große Schäden an. Dank Spenden aus Vorarlberg konnten danach rasch erste Hilfsmaßnahmen umgesetzt und besonders betroffene Familien unterstützt werden. Doch die politische Lage in Haiti ist nach wie vor prekär: Entführungen, Plünderungen und Vertreibungen prägen den Alltag in Haiti. Gleichzeitig kollabiert die Wirtschaft; Betriebe schließen, junge Menschen suchen verzweifelt Arbeit oder versuchen auszuwandern.

Trotz widriger Umstände erleben die Schwestern immer wieder positive Entwicklungen: Jugendliche erwerben berufliche Qualifikationen, beginnen ein Studium im Ausland oder gründen kleine Betriebe wie Nähwerkstätten oder Schönheitsstudios. „Es gibt unendlich viele Erfolgsgeschichten“, sagt Schwester Cilia. „Es ist beeindruckend, wie stark die Jugendlichen trotz allem sind.“ Zum Abschluss ihres Besuchs richtet Schwester Maryse einen Appell an die Leser*innen: „Wir bereiten junge Menschen auf die Zukunft vor. Doch es fehlt an Material, sicheren Räumen und finanziellen Mitteln, um möglichst viele junge Menschen zu erreichen. Bitte unterstützen Sie uns, damit wir sie vor Gewalt schützen, ihnen Werte vermitteln und ihnen durch Berufsbildung eine echte Chance geben können.“

Spendenmöglichkeit für die Caritas Auslandshilfe: 

Raiffeisenbank Feldkirch, IBAN AT 32 3742 2000 0004 0006

Kennwort: Kinder in Not

Online-Spenden: www.caritas-vorarlberg.at