Ein Haus, das auf Fels gebaut ist

Halt, Ruhe und Neuorientierung – das bietet das Familienhaus St. Michael in Feldkirch ihren Bewohner*innen in Krisensituationen. Das geschichtsträchtige Haus wurde in den vergangenen Jahren behutsam renoviert und nun im Rahmen einer Feierstunde vorgestellt.

Über Jahrzehnte hinweg ist das Familienhaus St. Michael ein Ort der Gastfreundschaft geblieben. „Was einst als Gasthaus am Waldrand begann und später von den Schwestern zum Guten Hirten zu einem Schutzraum für Mütter und ihre Kinder wurde, hat sich behutsam weiterentwickelt – ohne seinen Kern zu verlieren“, so Caritasdirektor Walter Schmolly bei der Begrüßung. Mit der nun abgeschlossenen Renovierung ist den Architekten Andreas Postner und Konrad Duelli eine „sanfte Hausverwandlung“ gelungen. Sie haben dem Haus eine zeitgemäße Form gegeben, die den Bedürfnissen von heute gerecht wird.

Das multiprofessionelle Team des Hauses ist rund um die Uhr erreichbar und begleitet Menschen, die eine schwierige Lebensphase durchleben. Am Ende des Rosa-Michael-Wegs gelegen, ist das Haus keine Sackgasse, sondern ein Ort, an dem Mamas und zwischenzeitlich auch der eine oder andere Papa Kraft tanken und sich für das Leben mit ihren Kindern rüsten. Hier finden Familien nach turbulenten Ereignissen Ruhe, Orientierung und die Möglichkeit, neue Perspektiven zu entwickeln – für sich selbst und für ihre Kinder. Für viele wird die Zeit im Haus zu einem Wendepunkt. Die 18 Wohneinheiten spiegeln die Vielfalt heutiger Familien wider – Mütter mit Kindern, Väter mit Kindern, manchmal auch Großeltern mit Enkelkindern. Ergänzt wird das Angebot durch Wohnplätze für junge Menschen, die in Feldkirch ihre Ausbildung beginnen und einen stabilen Start brauchen. 2025 fanden 79 Menschen im Familienhaus ein Zuhause auf Zeit, darunter 49 Kinder. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen eine gesunde Eltern-Kind-Beziehung, das Stärken von Vertrauen und Sicherheit sowie das Ankommen nach belastenden Lebenssituationen.

Tragfähige Brücken bauen …
Mit der nun abgeschlossenen Renovierung hat das Haus eine neue Qualität gewonnen. „Technisch erneuert, räumlich klug strukturiert und atmosphärisch aufgehellt, schafft das Gebäude nun noch bessere Voraussetzungen für das begleitete Wohnen von Familien“, erntet das Projekt auch in Fachkreisen großes Lob. Die Ehrengäste – darunter Bischof Benno Elbs, Sr. Klara Karrer von den Schwestern von Guten Hirten, Landesrätin Barbara Schöbi-Fink und Bürgermeister Manfred Rädler - würdigten besonders die Ausdauer des Teams, das die Sanierung parallel zum laufenden Betrieb bewältigte und bedankten sich bei der langjährigen Leiterin Doris Müller, ihrer Nachfolgerin Denka Mujkanovic-Subasic mit ihren Mitarbeiterinnen sowie beim „Mentor“ des Projektes, Michael Natter.

Landesrätin Barbara Schöbi-Fink gratulierte im Namen des Landes zur gelungenen Erneuerung. Schon als Kind habe sie durch die Erzählungen ihres Vaters, der hier als Arzt Hausbesuche machte, erfahren, welch wertvollen Schutzraum das Haus bietet. Im Rahmen der Segnung überreichte Bischof Benno ein Glas-Kreuz an Leiterin Denka Mujkanovic-Subasic – ein Symbol, das künftig in der ebenfalls sanierten Kapelle seinen Platz finden wird. Er erinnerte an seine Begegnungen mit den Familien und daran, wie wichtig es sei, ihnen eine tragfähige Brücke in einen neuen Lebensabschnitt zu bauen. Ordensschwester Klara zeigte sich schließlich bewegt darüber, dass ihr Herzensanliegen, Familien in Not zu begleiten, so zukunftsorientiert weitergeführt wird. Caritasdirektor Walter Schmolly dankte abschließend Land, Stadt, Diözese sowie den vielen Spenderinnen und Spendern. Er hob das starke soziale Netz vieler Einrichtungen und engagierter Menschen hervor, darunter auch die Pfarre Tisis. In den kommenden Monaten lädt das Familienhaus St. Michael auch die interessierte Bevölkerung zu einem Tag der offenen Tür ein.